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Gambia - Westafrika
Ein spannendes Segelrevier mit Natur Pur
Ein/Ausklarieren:Das wichtigste gleich zu erst. Wenn Ihr vom Senegal kommt und nach Gambia noch die Casamance besuchen wollt, dann braucht Ihr im Senegal nicht Ausklarieren. Ihr müsst also nicht zurück nach Dakar!
Das Einklarieren in Gambia ist relativ unkompliziert und es werden keine Ausklarierungsunterlagen aus anderen Ländern verlangt. Einklarieren kann man nur in Banjul. Dort geht man vor "Halfdie" vor Anker. Das ist gegenüber vor den großen Öltanks, es liegen dort auch andere Motoryachten und immer einige Boote der Küstenwache. Dort ist auch der Beginn der Fahrrinne in Richtung Lamin Lodge und Dentonbrigde. (Ein neuer Fischerhafen ist in Bau, so wird es wohl bald noch einfacher)
Anlegen kann man an der relativ hohen Betonpier etwas rechts von den Öltanks. Dazu geht Ihr auf die Innenseite der Pier, hier ist eine Stahlleiter an der man auch das Beiboot befestigen kann.
Womit wir auch schon bei den Guides und Agenten wären:Von der Betonpier aus werden diese Euch lauthals schreiend und winkend empfangen.
Aber Achtung: All diese Agenten sind böse Jungs! Sie sind aufdringlich und werden versuchen Euch auf irgendeine Art und Weise soviel Geld als möglich abzunehmen. Wenn nicht gleich, dann fordern Sie später umso mehr. Keine einzige Yacht hat auf die Dauer gute Erfahrungen mit Ihnen gemacht.
Also es gilt freundlich und bestimmt zu sagen, dass Ihr alleine Einklarieren wollt und auch keine Begleitung gewünscht ist. Das werden die wenigsten erst mal akzeptieren und Euch weiter an der Seite hängen, aber hier habt Ihr es in der Hand:.
Bleibt stehen und macht ganz klar, das Ihr alleine gehen wollt, immer wieder freundlich und höflich aber bestimmt. Wenn man sich hier durchsetzt, was mühsam ist, dann hat man erst mal Ruhe und gewinnt gleich soviel Selbstvertrauen das man für den Rest seines Aufenthaltes selbst bestimmen kann mit wem man seine Zeit verbringt.
Die Einklarierungsprozedur ist einfach. Die Beamten sprechen alle Englisch und sind hilfsbereit. Alle Behörden sind sind direkt am Hafen. Der Abstand zwischen den verschiedenen Amtsgebäuden beträgt jeweils nur wenige hundert Meter. Der aktuelle Beamte schickt Euch zum nächsten, ein Agent kann also wenig helfen. Was jedoch gerne gemacht wird, daß z.B. der Immigration Beamte Geld verlangt, der Agent den Ihr auch noch bezahlt, bestätigt das das seine Richtigkeit hat und die beiden sich hinterher die Beute teilen.
Egal wo Ihr Euch bewegt, Ihr werdet sofort immer angesprochen und seid Euch im klaren darüber, das fast jeder der Euch anspricht und Hilfe anbietet nach neuen Einkommensquellen sucht. Betretet mit einem solchen neuen Freund keinen Laden, Ihr zahlt mit Hilfe Eures neuen Beraters meist das mehrfache, aber vor allem seine Provision.
Als kleines Beispiel möchte ich hier meinen Motorradkauf nennen. Ich hatte das Bike gesehen und konnte später den Laden nicht mehr finden. Als ich jemanden fragte kam dieser hilfsbereit mit und während des Weges erklärte er mir "was für ein Zufall" der Besitzer sei sein Vater. Auch vor Ort traute sich der Besitzer nicht diese Lüge aufzuklären. Das ist eine kleine Mafia und er würde Ärger bekommen, wenn er keine Provision bezahlte. Nun gesehen hatte ich das Bike für 22.000,-- Dalasi, aber nun sollte es 32.000,-- Dalasi kosten und als ich abwinkte nur noch 28.000,--. Dazu bekam ich die Nummer des falschen Sohnes für den Fall das ich doch noch kaufen wollte. Kaufen wollte ich, aber ich kam dann einige Tage später mit einem vertrauenswürdigen Gambianer zurück, damit war der Preis wieder bei 22.000,-- Dalasi, aber mit Anmelden, Nummernschildern und einem Jahr Versicherung. Als ich das Bike abholte tauchten auch die Abzocker wieder auf und es gab ein sehr ärgerliches Palaver, Sie beschimpften mich als Dieb und Bandit, vor der ursprünglichen Freundlichkeit war nichts mehr geblieben. Nun die Menschen neigen dazu von sich selbst auf andere zu schließen, eine Eigenschaft die scheinbar nicht an eine Hautfarbe gebunden ist.
Es gibt ein sehr wirkungsvolles Mittel gegen dieses angesprochen werden. Sucht Euch die Leute selbst aus und geht aktiv auf Menschen zu, die Euch sympathisch oder kompetent erscheinen. Ihr werdet so echte Freunde gewinnen.
Schritt Nr.1 - Geld wechseln
Geld wechselnAls erstes solltet Ihr Euch mit der lokalen Währung "Dalasi" versorgen. Vom Kai kommend geht Ihr am Büro der Immigration vorbei, weiter bis zum Blauem Gebäude und dort durch das Tor auf die Straße. Diese Straße vor dem Bürogebäude der Hafenverwaltung (Hafenmeister) führt rechts direkt in die Stadt und nach einigen hundert Metern kommt der erste kleinere Platz am Ihr rechts das Büro eines offiziellen Wechselladens findet. Die Banken findet Ihr erst ziemlich am Ende der Straße. Die Kurse waren in den Banken ein wenig schlechter als beim Geldwechsler. Lasst Euch nicht auf irgendwelche Hinterhofgeschichten ein, da ist wenig zu gewinnen aber viel zu verlieren.
Achtung in Gambia gab es keine einzige Bank, die eine Mastercard akzeptiert hätte (Wir haben alle probiert). Wenn Ihr mit einer Kreditkarte Geld abheben wollt, dann geht das nur mit einer Visa-Card.
Schritt 2, Einreise - Immigration Office
Das Immigration Office ist im ersten Gebäude links. Von der Betonpier kommend, geht Ihr direkt daran vorbei. Hier bekommt man den Einreisestempel in den Pass. Es war die einzig unsauber arbeitende Behörde. Von einem Schweizer Boot wollten sie 5000 Dalasi die sich nach dem empörten Einspruch auf 3000 Dalasi Einreisegebühr reduzierten. Die beiden haben sich dann im Headoffice beschwert, haben dort das Geld zurückbekommen und der Beamte wurde schwer ins Gebet genommen. Man kann sich in Gambia also sehr gut wehren, denn gegen Korruption gibt es eine eigene Behörde.
Nach dem Ausfüllen der Formulare (so welche da sind) versuchen Sie einen Angestellten mit Euch zusammen auf das Boot zu senden. Die angebliche Inspektion dient ausschließlich dem Zweck dafür 450,-- Dalasi kassieren zu können. Der Inspekteur wird spätestens auf dem Boot ziemlich dreist um Geschenke für sich und seinen Chef betteln.
Da Sie keine eigenen Boote haben, würde ich klar argumentieren, einen Besuch gerne, aber nur mit einem Boot der Behörde, denn Ihr seid nicht versichert und dürft nur die eigene Crew in Eurem Dingi mitnehmen. Das wirkt bestimmt und viele Wiederholungen bringen irgendwann auch diese Aktion zu Fall.
Zahlungen nur gegen Quittung und Stempel.
Von uns wollte die Beamtin im Immigration Office 500 Dalasi, hat aber aufgegeben als wir auf die Ausstellung einer Quittung bestanden. Die Drohung, dass sie uns Probleme machen werde, wenn wir unseren Aufenthalt verlängern wollten, war ohne jede Bedeutung, da man seinen Aufenthalt an jeder Polizeistation oder z.B. auch in Farafeni verlängern kann.
Wir haben also gar nichts bezahlt, auch nicht für den Besuch des Zollbeamten auf dem Boot. Der hat zwei Säfte bekommen und das war bereits zu viel.
Schritt 3, Hafenmeister- Harbourmaster
Das ist das hohe blaue Gebäude mit den Balkonen gleich dahinter. Hier geht es professioneller und vor allem geregelt zu. Will man den Fluss hochfahren, dann braucht man eine extra Genehmigung, die aber sofort ausgestellt wird. Eine Kopie der Tidentabellen zu kaufen ist sinnlos, die sind ungenauer als alle Programme die Ihr an Bord habt.
Insgesamt sind ca. 23,-- Euro zu zahlen, das ist korrekt und Ihr bekommt in der Hauptkasse dort eine Quittung. Bezahlen könnt Ihr nur in Landeswährung, Ihr müsst also vorher Geld wechseln.
Schritt 4, Zoll - Customs
Das Büro vom Zoll ist ebenfalls in Sichtweite und den Weg beschreibt Euch der Hafenmeister. Hier ging es ebenfalls korrekt zu, Gebühren waren nicht zu entrichten.
Für alles zusammen sollte man ca. zwei bis drei Stunden einplanen. Am längsten haben wir dabei für das Geldwechseln gebraucht. In den Behörden ging alles schnell und einfach. Nun kann man sich in Gambia für drei Monate vollkommen frei bewegen.
Einkaufen in GambiaGrundsätzlich ist in Gambia fast alles außer spezialisiertem Marinezubehör oder Werkzeug zu bekommen. Die interessantesten Geschäfte befinden sich im Stadtteil Westfield. Dort ist auch der beste Geldautomat (Standardbank) der Stadt. Es ist nicht notwendig sich in Spanien schon großartig zu Verprovisionieren. Alles was man an Lebensmitteln braucht auch z.B. für eine anschließend geplante Atlantiküberquerung ist in Gambia problemlos zu bekommen.
Lebensmittel
Es gibt einige Supermärkte die ein westliches Produktsortiment bieten. Zu relativ vernünftigen Preisen bekommt man hier von Nutella bis Espresso oder Camembert fast alles was das Herz begehrt.
Obst und Gemüse kauft man am Markt (an der Tankstelle) in Westfield oder einfach am Straßenrand.
Für eine geplante Atlantiküberquerung ist Gambia also ein guter Ausrüstungsstützpunkt, Ihr braucht nicht alles schon in Spanien oder Dakar kaufen.
Solarpaneele
Sind ausgesprochen günstig in Gambia, wir haben für ein sehr gutes 135W Paneel von Sharp 12.000,-- Dalasi bezahlt, das entsprach ca. 330,-- Euro und war damit weniger als die Hälfte dessen was bei uns verlangt wird.
Das 3er Heckset der Mupfel haben wir hier erworben die Qualität der Module war einwandfrei.
Motorrad
Für insgesamt 625,-- € haben wir in Banjul dieses gut ausgestattete 150 ccm Motorrad (Scheibenbremsen, Wegfahrsperre, Alarmanlage u.v.m.) erworben. Im Preis enthalten waren die Jahressteuer, die Zulassung durch den Händler, ein voller Tank sowie die Versicherung für ein Jahr.
Allen die Mobil sein möchten, können wir eine entsprechende Anschaffung empfehlen. Wir haben von Gambia aus nochmals den Senegal und den dortigen im Nationalpark besucht. Mit dem Motorrad hatten wir viel Spaß, waren unabhängig und es war billiger als jeder Leihwagen oder ähnliches. Das Land ist so sicher und die schlechten Straßen werden mit einer derartigen Geländemaschine zu passablen Reiserouten fast ohne Gegenverkehr. Bei Abreise kann man das Bike leicht verkaufen oder man nimmt es einfach mit. Wir sind gerade in Grenada (Karibik) angekommen und es war relativ leicht auch hier eine Fahrerlaubnis zu bekommen. Motorradfahren in Grenada macht zudem richtig Spaß. Es wäre hier übrigens auch problemlos mit gutem Gewinn zu verkaufen.
 LiegeplatzIn einigen Artikeln und Beiträgen wird als guter Liegeplatz bei Banjul die "Denton Bridge" angegeben. Der Platz ist nach unseren Erfahrungen zwar näher an der Stadt aber relativ unsicher, das Wasser ist schmutzig und die Umgebung nicht gerade schön.
Viel mehr empfiehlt sich die Lamin Lodge von Peter. Über die Lodge kann man problemlos an Land und Peter ist immer hilfsbereit. Der Liegeplatz ist sehr geschützt und sicher, zum Teil liegen hier Boote auch mehrere Monate ohne jegliche Bewachung.
Lotsen/FührerFür viele dürfte die Navigation in den flachen "Bulongs" erst einmal gewöhnungsbedürftig sein. Vertraut bitte keinem lokalem Lotsen. Es gibt keine Lotsen in Gambia. Keiner der solche Leistungen anbietet, hat jemals ein Schiff mit mehr als 30cm Tiefgang gefahren oder verfügt über eine entsprechende Ausbildung. Als wir vor Ort waren hat einer der selbsternannten Agenten den Skipper der deutschen Yacht Mira auch noch überredet Ihn als Lotse zur Lamin Lodge zu führen. Das Ganze endete im Desaster. Mit 6 kn ist die Mira auf ein allgemein bekanntes Wrack gedonnert. Der Lotse konnte dazu nur mit den Achseln zucken und wollte trotzdem für seine Arbeit Geld. Die Mira hatte noch Glück im Unglück aber dennoch war der Kiel erheblich beschädigt.
SchwimmenWir haben überall die Gelegenheit genutzt und waren meist täglich mehrmals Schwimmen. Im oberen Süsswasserteil des Flusses gibt es definitiv noch einige Krokodile aber die Gefahr dürfte sich in Grenzen halten. Diese Tiere lieben die Ruhe und sind daher wohl nur in den versteckten Nebenarmen zu finden.
Jedenfalls standen wir nicht auf der Speisekarte.
Vorsicht ist in jedem Fall am späten Nachmittag oder bei Einbruch der Dunkelheit geboten. Das Wasser ist naturgemäß nicht sehr klar und wir haben uns immer im relativ tiefen und strömungsreichen (Flußmitte) Bereichen aufgehalten.
WasserIn ganz Gambia haben wir problemlos ausgesprochen gutes und sauberes Wasser erhalten.
Fortsetzung folgt: 6.8.2010
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