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Fenderüberzüge sind ein echtes Muss
Lange hielt ich diese für Design Schnickschnack...
Für alle GFK Yachten und hochwertig lackierten Rümpfe sind Fenderüberzüge eine unverzichtbare Investition zur Werterhaltung der Yachten.
Hielt ich diese teuren und farblich meist noch mit dem Schiff abgestimmten Überzüge zunächst für Design Schnickschnack, so hat mein Werftauffenthalt heuer im Frühjahr, mich eines besseren belehrt. Deutlich waren am Gelcoat die Abriebstellen der Fender zu sehen und es kostete viel Arbeit die aufgerauten Stellen wieder soweit zu polieren, dass Sie mit dem ursprünglichem glatten Gelcoat harmonierten.
Was war passiertBeim Längsseits liegen an Kaimauern lösen sich kleine Steine sowie grober Staub lagert sich auf den meist leicht feuchten Fendern ab. Durch das ständige Reiben nimmt der Kunststoff immer mehr Fremdpartikel auf und erhält langsam eine Oberfläche, die dem von Schleifpapier nicht unähnlich ist.
Mit der Zeit oder beim nächsten Anleger drehen sich die Auflageflächen und die im Plastik haftenden Steinchen beginnen in kürzester Zeit das Gelcoat wie Schleifpapier aufzurauen und zu zerstören.
Eine weitere große Gefahr sind vor allem ältere Fender, diese beginnen bei großer Hitze unvermittelt zu schwitzen. Das heißt Weichmacher oder Lösemittel treten aus und machen diese klebrig wie Fliegenfänger. Anschließend hat man den Scheifpapiereffekt noch stärker als unter ersteren Bedingungen. Die beiden Photos zeigen dies hoffentlich ausreichend.
Fenderüberzüge müssen hohe Anforderungen erfüllenOft sieht man abenteuerliche Kombinationen wie alte T-Shirts die über die Fender gestreift wurden oder der so erfahrene Nachbar empfiehlt den lokalen Schneider oder Polsterer der sich anbietet die Überzüge zu einem Bruchteil des Preises zu schneidern. All das geht meistens schief, ich bin ein großer Anhänger alternativer Lösungen aber bei einem so wertbestimmenden Thema sollte man sich auf Qualitätsware verlassen. Es ist ungemein wichtig, das das richtige Material verwendet wird, sonst war all der Aufwand umsonst und das Ergebnis ist wiederum ein beschädigtes Gelcoat.
01: UV-Resistent
Der Stoff für die Überzüge muss absolut UV-resistent sein, verhärtet er, kommt es wieder zum Abrieb.
02: Gestrickt und nicht Gewebt
Dann sollte es sich um ein Strickmuster ähnlich einem Pullover handeln, die Maschenabstände dürfen dabei nicht zu weit und nicht zu eng sein, damit sich so wenig als möglich daran festsetzen kann.
03: Wasserabweisend
Ganz wichtig ist dass der Stoff absolut wasserabweisend ist. Über das eindringende Wasser reichert sich sonst Salz im Stoff an, dieses kristallisiert aus und wieder landen wir beim Schleifpapiereffekt.
Für die meisten Fendergrössen gibt es vorgefertigte Überzüge, ein guter Überzug kostet ca. die hälfte eines neuen Fenders, aber vielleicht tröstet es ja, dass dann auch die Fender ein wenig länger halten.

Euer Skipper Paul
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